Falls Sie ein Star Trek-Fan sind, haben Sie sich sicher schon gefragt – wie um alles in der Welt schafft es die Besatzung des Raumschiffes Enterprise, Videokonferenzen mit außerirdischen Zivilisationen zu machen?

 

Am 29. Jänner 2016 hat Cisco die Übernahme von Acano abgeschlossen, womit wir einen Schritt näher an dieses Ziel gekommen sind. Seit Ende August 2016 ist Cisco Meeting Server (CMS) bei Cisco bestellbar. Wir waren einer der ersten Cisco Partner, welcher die benötigten Zertifizierungen dafür abgelegt hat.

 

CMS soll die aktuelle Telepresence Server Infrastruktur ablösen bzw. erweitern. Als Cisco Kunde haben Sie dadurch die Auswahl zwischen drei Videokonferenz Lösungen: Cloud, Hybrid oder On-Premises.

Bei der Wahl der passenden Lösung unterstützen wir Sie natürlich gerne! Eine Migration von Telepresence Server zu CMS ist möglich. Falls Sie aktuell Funktionen benötigen, welche derzeit nur vom Telepresence Server unterstützt werden, können Sie auf CMS migrieren sobald die benötigten Funktionen am CMS zur Verfügung stehen.

 

In diesem Blog wollen wir uns hauptsächlich dem Meeting Server widmen und ein wenig auf die Unterschiede und Vorteile im Vergleich zum Telepresence Server eingehen.

 

Grundsätzlich besteht die CMS Lösung aus CMS Core und CMS Edge, sowie der Cisco Meeting Application. CMS Core wird generell immer benötigt, ob Sie Edge und die Applikation auch benötigen, hängt von Ihren Anforderungen ab.

Ihre Installation könnte aktuell wie in der Grafik oben aussehen. In Zukunft werden die Acano/CMS Edge Funktionen in die Expressway Software integriert werden.

 

1. INTEROPERABILITÄT

Cisco Meeting Server ermöglicht es Videokonferenzen zu erstellen, und egal welcher Client oder Video-Endpunkt dem Meeting beitritt – alle Teilnehmer haben ein optimales Meeting Erlebnis.

 

Zum Beispiel: Sie wollen ein Meeting ansetzen und Ihr Gegenüber verfügt über Lync/Skype for Business. Bisher musste Ihre gesamte Infrastruktur darauf ausgelegt sein, und zusätzlich waren noch Lizenzen nötig für die Meeting-Teilnahme eines Microsoft-Kunden. Cisco Meeting Server hat diese Funktion bereits integriert.

 

Hierfür gibt es drei Lösungsansätze: CMS als Gateway, CMS Spaces oder Dual Homed Conferencing.

 

  • CMS als Gateway: 1:1 Calls zwischen Microsoft und H.264 Standard Video-Systemen.
  • Spaces: Alle Teilnehmer wählen einen Meetingraum an.
  • Dual Homed: Sie können mit Raumsystemen in ein Microsoft AVMCU Meeting einwählen. Diese Lösung kann für Kunden die Cisco und Microsoft Lösungen benutzen interessant sein.

Wie man in der Grafik erkennen kann, ist die User Experience auf beiden Seiten wie gewohnt. Microsoft Teilnehmer (rechts) sehen maximal 5 Teilnehmer gleich groß, auf Videosystemen (links) ist die Ansicht aller Video-Systeme und bis zu 5 Microsoft Teilnehmern im Meeting möglich. Technisch ist es eine Kaskadierung zwischen CMS und Microsoft AVMCU. Allgemein sind Spaces aber die beste Lösung für Microsoft Kunden, da es hier Vorteile bei Layout, Skalierbarkeit und Bandbreitennutzung gibt (siehe Punkt 2 Skalierung).

 

In allen genannten Fällen wird auch Content Sharing unterstützt – CMS kümmert sich um die Konvertierung.

 

Im direkten Vergleich mit dem Telepresence Server hat CMS hier eindeutig die Nase vorn. Interworking zwischen Microsoft und standardbasierten Videosystemen ist nur durch hohen Aufwand erreichbar (Expressway SIP Broker ab Version 8.8 bzw. CPL Script auf älterer Software), skaliert nicht wenn Content Sharing benutzt wird und erfordert zusätzliche Lizenzen, bzw. zumindest eine weitere virtuelle Instanz.

 

Somit : Interoperabilität 1:0 für den CMS

 

2. SKALIERUNG

CMS erhält eine neue Appliance – den Cisco Meeting Server 1000. Dieser ermöglicht bis zu 96 HD, 192 SD, oder 3000 Audio Teilnehmer mit pro CMS Server. Ein Telepresence Server hingegen unterstützt maximal 84 HD, 168 SD, oder 200 Audio Teilnehmer auf dieser Hardware Plattform. Es wird bei CMS nicht unterschieden zwischen standardbasierten Video Teilnehmern oder Microsoft Teilnehmern.

 

Cisco Meeting Server ermöglicht es weiters einen GEO Cluster zu erstellen.

Jeder Teilnehmer ruft einen Meeting Space an und CMS überprüft, ob es eine Instanz des gerufenen Spaces auf anderen CMS Servern gibt – falls ja, werden die CMS mit jeweils einem Link automatisch miteinander verbunden. Der Link benötigt ca. 1.5 Mbps und es wird ein H.264 SVC Stream übertragen, wodurch sowohl der Active Speaker in 720p30 als auch die kleineren Thumbnails angezeigt werden können. Das Layout ist für alle Teilnehmer gleich. Einsparungen bei Bandbreite und deutlich bessere Qualität dank niedriger Latenzen zur eigenen Konferenzbrücke werden dadurch ermöglicht.

3. RECORDING

Konferenzen aufzeichnen und wiedergeben ist eine häufige Anforderung unserer Kunden. Bisher wurde dafür ein eigener Telepresence Content Server benötigt. CMS integriert das Recording in der Box oder auf einem separaten CMS. Die Anforderungen an die gleichzeitigen Recordings und Meeting Teilnehmer bestimmen hier die Art der Installation. Zusätzlich wird ein NFS Storage benötigt, um die Recordings zu speichern.

 

Im Vergleich dazu ist der Telepresence Content Server eine Aufzeichnungs- und Streaming- Lösung, welche zusätzliche Lizenzen benötigt und relativ hohe Anforderungen an die virtuelle Hardware hat.

 

Beim Recording hängt es von den Anforderungen ab: Wenn man auf Kosten und Komplexität der Integration achten muss und nur einfaches Recording benötigt, ist Cisco Meeting Server die bessere und günstigere Lösung.

 

Einfaches Recording für alle – 3:0 für den CMS.

 

4. CMR / SPACES

Collaboration Meeting Rooms (CMR) werden zu Spaces beim CMS. Spaces haben prinzipiell dieselben Eigenschaften wie ein CMR. Die Unterschiede bestehen darin, dass jeder Benutzer mehrere Spaces haben kann, und jeder Space kann unterschiedlich personalisiert werden. Integration mit Webex (CMR Hybrid) ist allerdings aktuell nur mit Telepresence Server möglich. Das Management der Spaces wird aktuell direkt am CMS über einen LDAP Import gelöst. Diese Lösung wird aber in den kommenden Telepresence Management Suite Versionen an die bisherige CMR Konfiguration angepasst werden.

 

Falls Sie bestehender Cisco CMR Hybrid Kunde sind, empfehlen wir vorerst auf der Telepresence Server  Lösung zu bleiben – hier wird in naher Zukunft eine interessante Neuigkeit von Cisco kommen. Wir halten Sie natürlich am Laufenden.

 

Hier gibt es meiner Meinung nach keinen klaren Sieger: Benötigen Sie die Webex Integration, sollten Sie CMR Cloud oder weiterhin Telepresence Server mit CMR Hybrid benutzen. Die Vorteile der Spaces liegen aber auf der Hand – wir einigen uns auf 1:1 unentschieden.

 

Endstand:  4:1 für den CMS.

 

Vorteile:

  • Vereinfachte Zusammenarbeit: Jederzeit, überall und mit jeder beliebigen Plattform an Meetings teilnehmen. Ob mit Raum- oder Einzelplatz-Videosystemen von Cisco, oder Drittanbietern, mit dem Cisco Jabber-Client, einem WebRTC-kompatiblen Browser, oder mit Skype for Business.
  • Gesteigerte Produktivität: Erstklassiges, unbegrenzt skalierbares Konferenzerlebnis auf Raum- und Einzelplatzsystemen ebenso wie auf Mobilgeräten.

FAZIT CISCO MEETING SERVER

 

CMS ist meines Erachtens ein großer Schritt in die Richtung Kommunikation mit “Außerirdischen“. Als Start dieser Reise in ferne Galaxien können wir bereits Microsoft und andere Videokonferenz Hersteller in eine Konferenz integrieren und freuen uns auf alles was noch kommen mag.

 

Dies war nur ein kurzer Einblick in den Cisco Meeting Server – für Details zur Lizenzierung und Implementierung, oder falls sie eine Demonstration sehen wollen, kontaktieren Sie bitte Ihren zuständigen Key Account Manager.

 

Weitere Informationen: https://www.cisco.com/go/meetingserver

NTS Man Admin
Chief Customer Officer
am 19.10.2016

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