NIS2 macht Cybersicherheit zur Pflicht – auch für Gemeinden

NIS2 betrifft zunehmend auch Gemeinden. Wie moderne Security Services dabei unterstützen können, erläutert Helmut Hödl, verantwortlich für aktuelle Lösungen und neue Technologien.

Warum beschäftigt NIS2 aktuell auch Gemeinden?

Helmut Hödl: Die europäische NIS2-Richtlinie erweitert den Kreis der betroffenen Organisationen deutlich. Neben klassischen kritischen Infrastrukturen fallen zunehmend auch Gemeinden darunter, insbesondere wenn sie zentrale Dienste wie Wasser, Energie, Entsorgung oder digitale Verwaltungsservices bereitstellen. Ausschlaggebend sind Größe, Aufgaben und deren Bedeutung für die Versorgung.

Wie wurde diese Richtlinie in Österreich umgesetzt und was bedeutet das konkret?

In Österreich erfolgt die Umsetzung durch das neue Netz- und Informationssicherheitsgesetz. Es definiert klar, wer betroffen ist, welche  Maßnahmen erforderlich sind und welche Kontrolle erfolgt. Für relevante Gemeinden ergeben sich dadurch klare Anforderungen an technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen sowie an strenge Meldefristen bei Sicherheitsvorfällen.

Der entscheidende Punkt ist der Wechsel von Einzelmaßnahmen zu einem ganzheitlichen Sicherheitsansatz: von der Inventarisierung aller Systeme über Zugriffskontrollen und Netzwerksicherheit bis hin zu Notfallprozessen und Schulungen. Was hier besonders gut zum Vorschein kommt: Cybersicherheit ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern eine Verantwortung des Managements.

„Cybersicherheit ist längst kein reines IT-Thema mehr, sondern eine Verantwortung des Managements.”

Helmut Hödl Product & Technology director

Was wird bei einer NIS2-Umsetzung häufig unterschätzt?

Die Transparenz: Man kann nur schützen, was man kennt. Genau hier setzen wir mit einem Inventory-Service an, der vollständig souverän betrieben wird – komplett in österreichischen Rechenzentren. Damit erfüllen Gemeinden bereits wesentliche Basisanforderungen von NIS2.

Wie können Gemeinden ihre Cyberabwehr konkret stärken?

Unser Threat Detection Service hat sich in der Praxis bewährt: Gemeinsam mit unserem Security Operations Center und dem NTS Defense Team werden Angriffe frühzeitig erkannt. Weitere Schwerpunkte sind Identity & Access Management, Netzwerksegmentierung, Endpoint Security sowie Backup & Recovery.

Und was, wenn trotz aller Vorsorge ein Angriff passiert?

Dann zählt jede Minute. Deshalb ist Incident Response ein essenzieller Bestandteil unserer Leistungen. Wir unterstützen unsere Kunden im Ernstfall konkret, von der Analyse über die Eindämmung bis zur Wiederherstellung des Betriebs.

„Incident Response ist ein essenzieller Bestandteil unserer Leistungen – da zählt jede Minute!”

Helmut Hödl Product & Technology Director

Welche Rolle spielen die Herstellerpartner von NTS dabei? 

Unsere sorgfältig ausgewählten Partner liefern die technologischen Bausteine, etwa für Netzwerksicherheit, Monitoring, Identitätsmanagement, Backup oder OT-Security. Der Mehrwert für unsere Kund:innen entsteht jedoch durch die Integration: Wir kombinieren Hersteller-Technologien zu einer funktionierenden Gesamtarchitektur, die auf die jeweilige Gemeinde oder Organisation zugeschnitten ist und betreiben sie auf Wunsch auch langfristig.

Was sollte eine Gemeinde jetzt konkret tun, wenn sie noch am Anfang steht?

Transparenz schaffen, priorisieren und strukturiert vorgehen. Genau dabei setzt unsere NIS2-Beratung an: Wir erheben in einem strukturierten Assessment den Ist-Stand gegen die Anforderungen des Netz- und Informationssicherheitsgesetzes, leiten daraus eine priorisierte Maßnahmen-Roadmap ab und begleiten die Umsetzung bis zur nachweisbaren Wirksamkeit. So entsteht eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Gemeindeführung, bevor in Technologie investiert wird. Wer diesen Weg geht, erreicht nicht nur regulatorische Konformität, sondern verbessert zugleich die eigene Sicherheitslage nachhaltig.

Mehr dazu lesen Sie auch gerne in der Sonderpublikation Gemeinde der Zukunft (Seite 3).