Diese Investitionsprämie wurde Anfang Juli im Nationalrat beschlossen und ist seit 1. August 2020 anwendbar. Die zugehörige Richtlinie mit detaillierten Informationen zur Inanspruchnahme der Investitionsprämie wurde vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort veröffentlicht.

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FRAGEN UND ANTWORTEN ZUR RICHTLINIE

 

Wer kann die Investitionsprämie beantragen?
Förderungsfähige Unternehmen im Sinne der vorliegenden Richtlinie sind „Unternehmen iSd § 1 UGB, die über einen Sitz und/oder eine Betriebsstätte in Österreich verfügen und rechtmäßig im eigenen Namen und auf eigene Rechnung betrieben werden“.

 

Welche Investitionen werden gefördert?
Förderungsfähig sind sogenannte Neuinvestitionen, wobei es sich um Investitionen in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände des abnutzbaren Anlagevermögens handelt, welche bisher noch nicht aktiviert wurden. Im Falle einer Gewinnermittlung nach § 4 Abs. 3 EStG oder nach § 4 Abs. 1 EStG betreffen Neuinvestitionen jene Wirtschaftsgüter, welche erstmalig in das steuerliche Anlagenverzeichnis aufgenommen werden. Auch gebrauchte Güter sind von dem Begriff Neuinvestitionen umfasst, sofern es sich für das investierende Unternehmen um eine Neuanschaffung handelt.

Nicht förderungsfähige Investitionen sind u.a.:

  • Aktivierte Eigenleistungen
  • Leasingfinanzierte Investitionen (außer diese werden im antragstellenden Unternehmen aktiviert)
  • Finanzanlagen
  • Erwerb von Gebäuden bzw. Gebäudeanteilen (siehe Ausnahmen)
  • Erwerb von Grundstücken
  • Bau/Ausbau von Wohngebäuden, bei Verkauf oder Vermietung an Private
  • Kosten aus einem Unternehmenskauf oder einer Unternehmensübernahme
  • Erwerb von Beteiligungen, Geschäftsanteilen oder Firmenwerten
  • Auf die Investition entfallende Umsatzsteuer, außer, sie ist tatsächlich und endgültig vom Förderungsnehmer zu tragen
  • Klimaschädliche Investitionen

Klimaschädlich sind „Investitionen in die Errichtung bzw. die Erweiterung von Anlagen, die der Förderung, dem Transport oder der Speicherung fossiler Energieträger dienen sowie die Errichtung von Anlagen, die fossile Energieträger direkt nutzen“, u.a.:

  • Luftfahrzeuge
  • PKW
  • LKW
  • Anlagen zur Gebäudekonditionierung und Warmwasserbereitung auf Basis fossiler Energieträger
  • Anlagen zur Erzeugung von Prozesswärme, sofern diese Investition in bestehende Anlagen nicht eine Prozessenergie-Einsparung von mehr als 10 Prozent bzw. 25.000 t CO2/Jahr erzielt.

Ausgenommen sind:

  1. Plug-In Hybrid- und Range Extender-Fahrzeuge zur Personen- und Güterbeförderung (Klasse M1, Klasse N1), sofern deren vollelektrische Reichweite mehr als 40 km beträgt und deren Brutto-Listenpreis (Basismodell) 70.000 Euro nicht überschreitet.
  2. Fahrzeuge, die in Anhang 1 angeführt sind.
  3. Selbstfahrende Arbeitsmaschinen/Non Road Mobile Machinery ab Stufe V

Wie hoch ist die Investitionsprämie?
Die Förderung erfolgt in Form eines nicht rückzahlbaren steuerfreien Zuschusses, wobei dieser grundsätzlich 7 Prozent der Anschaffungskosten beträgt. Bei Investitionen in die Bereiche Ökologisierung, Digitalisierung, Gesundheit/Life Science erhöht sich der Zuschuss auf 14 Prozent. Die detaillierte Abgrenzung dieser drei Bereiche erfolgt gemäß dem Anhang 1 bis 3 der Richtlinie.

 

Deswegen sind folgende Investitionen mit 14% förderbar:

1) Hardware

  • Datenspeicher-Systeme
  • Server
  • Drohnen
  • 3D-Drucker
  • Smart Office

Equipment zur Durchführung von Videokonferenzen, das sind:

  • Webcams
  • Beamer
  • spezifische Videokonferenzsysteme
  • Whiteboards
  • großflächige Screens
  • Instrumente und Sensoren zur Datenerfassung und Datenausgabe/-vernetzung
  • Investitionen in ITS-Lösungen (Verkehrstelematik) On- und Offroad
  • digitale Messeinrichtungen
  • digital gesteuerte Roboter
  • Netzwerkkomponenten
  • Simulationsanlagen

 

2) Neuanschaffung von Software

 

3) Infrastruktur exklusive bauliche Maßnahmen

  • Investitionen zum Anschluss an Hochleistungsbreitnetze, Internet, Breitband, (Mobile) WLAN-Netze, (Mobiles) Netz,
  • Cloud-Lösungen
  • Datensicherheitssysteme
  • Investition in die Digitalisierung der Energienetze
  • Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV)

 

Um förderbar zu sein, müssen Investitionen pro Antrag ein Mindestvolumen von 5.000 Euro (exklusive USt.) aufweisen.

Das maximale förderbare Investitionsvolumen liegt bei 50 Mio. Euro (exklusive USt.) pro Unternehmen oder pro Konzern, wenn die Verpflichtung zur Aufstellung eines Konzernabschlusses besteht.

 

Für welchen Zeitraum kann die Investitionsprämie in Anspruch genommen werden?

Begünstigt sind jene Investitionen, für welche im Zeitraum zwischen 1. August 2020 und 28. Februar 2021 erste Maßnahmen gesetzt werden. Bei dem Begriff „erste Maßnahmen“ kann es sich um Bestellungen, Kaufverträge, Lieferungen, der Beginn von Leistungen, Anzahlungen, Zahlungen, Rechnungen oder den Baubeginn handeln. Nicht zu den ersten Maßnahmen zählen Planungsleistungen, die Einholung von Genehmigungen und Finanzierungsgespräche. Investitionen, für welche bereits vor dem 1. August erste Maßnahmen gesetzt wurden, sind im Sinne der vorliegenden Richtlinie nicht förderbar.

Die Bezahlung und Inbetriebnahme muss bis längstens 28. Februar 2022 erfolgen. Eine Fristverlängerung ist explizit nicht vorgesehen. Bei größeren Investitionen (Investitionsvolumen über 20 Mio. Euro exkl. USt) verlängert sich der Zeitraum bis längstens 28. Februar 2024.

 

Wie erfolgt die Abwicklung?

Zwischen 1. September 2020 und 28. Februar 2021 kann die Prämie bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) über den „aws Fördermanager“ beantragt werden. Die Anträge werden entsprechend des chronologischen Eintreffens abgearbeitet. In diesem Zusammenhang ist die Deckelung des Budgets für die Investitionsprämie in Höhe von 1 Mrd. Euro zu beachten, da derzeit fraglich ist, ob dieses Budget ausreicht, bzw. es gegebenenfalls zu einer Erhöhung kommt.

Die Abrechnung über die zu fördernden Investitionen muss durch das antragstellende Unternehmen spätestens drei Monate nach Abschluss der Investitionstätigkeit über den „aws Fördermanager“ übermittelt werden. Ab einer Zuschusshöhe von 12.000 Euro ist diese Abrechnung zusätzlich von einem Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder Bilanzbuchhalter zu bestätigen.

 

Mehr dazu findet man auch hier.

Richtlinie