Christoph Nienhaus, Theater IT Leader Germany & Central Europa bei Cisco war einer unserer Keynote Speaker bei unserem 7 IT Forums 2016 in Igls in Tirol.  Mit mehr als 200 Teilnehmern war das heurige 7 IT Forum die erfolgreichste Veranstaltung unserer Unternehmensgeschichte. Wir haben Herrn Nienhaus gebeten uns ein Interview zu geben. Uns hat interessiert, wie ein IT Leiter eines der größten IT Unternehmen der Welt die immer rasantere Geschwindigkeit in der IT sieht und vor allem, wie er darauf reagiert.

Wie ist es als IT Leiter in einer IT Firma zu arbeiten?

Christoph Nienhaus: (lacht) Schrecklich schön! Ja, es ist natürlich eine Herausforderung jeden Tag, gerade die IT in einer IT-Firma zu betreuen. Die Geschwindigkeit kann nicht schnell genug sein, und die Herausforderungen sind mannigfaltig und jeder der sogenannten Experten denkt die Software, das Programm, die Lösung, die er gerade für sich und sein Team irgendwo gefunden hat, passt dann auch auf die gesamte Cisco.

Und das ist der Spagat, den man jeden Tag gehen muss: So innovativ wie möglich zu sein, aber auch natürlich nicht außer Betracht zu lassen, dass wir 140.000 Mitarbeiter zu versorgen haben, an knapp 600 Standorten weltweit. Und da sind wir genauso wie unsere Kunden, natürlich gewissen Prozeduren unterworfen, die wir nicht außer Acht lassen dürfen.

Für mich als oberste Maxime steht natürlich immer die Produktionssicherung, dass alle Leute so produktiv wie möglich arbeiten können und so wenig wie möglich Störung des Alltags erleben. Das steht aber auch natürlich im krassen Gegensatz zu dem, was verlangt wird, nämlich ständige Veränderung und ständige Anpassung. Und da sag ich dann “schrecklich schön”, schrecklich viele Herausforderungen, aber eigentlich auch von den Anforderungen her, einer der schönsten Arbeitsplätze der Welt. Definitiv!

 

Die Geschwindigkeit der Veränderungen erhöht sich heutzutage ständig. Ist die Geschwindigkeit ihrer Meinung nach generell schon in den IT-Abteilungen angekommen?

Christoph Nienhaus: Was ich bei unseren Kunden sehe ist, dass die Geschwindigkeit des Business extrem erhöht wurde, ohne gleichzeitig die Geschwindigkeit der IT zu erhöhen. Was dann dazu führt, dass ein Auto mit 2 Geschwindigkeiten über 2 Achsen fährt und irgendwann zusammenbrechen wird. Die Räder müssen synchron laufen und eigentlich muss die IT genauso schnell laufen, wie das Business auch läuft. Diese Systeme müssen gut miteinander vernetzt sein.

Wenn wir bei der Analogie des Autos bleiben, ist das Problem, dass das Business wirklich die Richtung vorgibt und den Fahrersitz und Beifahrersitz mittlerweile auch belegt. Die IT befindet sich eigentlich hinten im Passagierbereich und dazwischen ist ja nicht wirklich so viel Verständigung. Die Kommunikation zwischen dem, wo wir das Business hin entwickeln und welche Fähigkeit muss die IT Unterstützungen bereitstellen – das ist so der Schlüssel damit auch die Geschwindigkeit erhöht werden kann.

Wenn wir das auf Cisco herunterbrechen, glaube ich, dass wir schon in der gleichen Geschwindigkeit und auch synchron zum Business fahren. Wir haben vor mehr als 8 Jahren angefangen das komplette Business zu zerlegen, so dass wir verstehen welche Anforderungen da sind und welche Fähigkeiten wir liefern müssen. Diesen Transformationsprozess sehen wir gerade bei fast allen Kunden. IT-Leute fühlen sich eigentlich auch auf irgendeine Art und Weise abgehängt.

Und da kann es nur helfen, dass sich die IT mal wieder erdet und sagt, wir müssen verstehen wo sich das Business hin entwickelt, nur dann können wir auch verstehen wo wir unsere Leistungen liefern müssen und wo wir Relevanz erzeugen. Und ich glaube, wenn man dieses Verständnis erarbeitet, kann man auch langsam die Geschwindigkeit erhöhen und es macht wesentlich mehr Spaß, wenn alle gemeinsam in einem Auto fahren, mit guter Musik, in einer tollen Geschwindigkeit und genau wissen, wohin man denn reist. Und ich glaub, dieses Bild von dem Auto beschreibt es eigentlich sehr gut.

 

Was sehen Sie für 2017 als große Herausforderung? Weitere Geschwindigkeitssteigerungen, oder sehen sie da andere Themen am Horizont stehen?

Christoph Nienhaus: Die Geschwindigkeit wird so oder so gesteigert. Ob wir es wollen oder nicht, die Globalisierung ist in vollem Gange. Andere Länder haben extrem aufgeholt, wir sehen Verschiebungen am Markt, wo wir vorher noch gesagt haben, in Europa sind wir die Ideenschmiede Nummer 1, werden wir aus anderen Ländern links und rechts eingeholt.

Was mich sehr hoffnungsfroh gemacht hat, ist, dass ich auf den letzten 3 Kongressen unter anderem auf dem 7IT-Forum gelernt hab, je höher die Geschwindigkeit und je höher die Digitalisierung durchdringt, desto wichtiger ist eigentlich der Faktor Mensch und desto wichtiger ist es auch, dass es wirklich dann auch menschelt auf allen Ebenen. Diesen Ausblick nehm ich 2017 mit und versuch das auch ins eigene Unternehmen zu integrieren und mich wirklich auf die Kollegen und Mitarbeiter zu fokussieren, um dann wirklich auch die Geschwindigkeit beizubehalten, aber auch den Spaßfaktor zu erhöhen. Und ich glaube, dass ist nun das Mantra von 2017: Spaß, Menschlichkeit und gemeinsam viele Dinge quer denken und erreichen.

 

Das sind gute Vorsätze für 2017, wir bedanken uns für das Gespräch!

Christoph Nienhaus: Vielen Dank auch von meiner Seite. Ich hab selten auf einem Kongress so viel Inspiration und Ideen mitgenommen, wie beim 7 IT-Forum. Dafür auch nochmal vielen, vielen Dank.